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Modellfabrik Papier | Düren

Bauen

Mit einem feierlichen Spatenstich am 16. Mai 2025 hat in Düren der Bau der Modellfabrik Papier offiziell begonnen. Das Forschungs- und Zukunftsprojekt gilt als ein Meilenstein für die gesamte Papierindustrie und als Leuchtturm weit über die Region hinaus. Auf dem rund 115.000 Quadratmeter großen Plangebiet im Innovationsquartier Düren (IQ.DN) entsteht bis Ende 2026 ein hochmodernes Forschungszentrum auf insgesamt 6.500 Quadratmeter Fläche.

Der Gebäudekomplex umfasst ein zweigeschossiges Technikum sowie ein Labor- und Bürogebäude. Rund 50 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus ganz Deutschland werden hier gemeinsam daran arbeiten, die Papierproduktion grundlegend neu zu denken. Ihr ambitioniertes Ziel: bis 2045 rund 80 % Energie einzusparen, den Wasserverbrauch massiv zu reduzieren und die CO2-Emissionen der Branche nachhaltig zu senken. Unterstützt wird das Projekt durch 40 Millionen Euro Fördermittel des Landes NRW.

DEKO als Generalunternehmer: Nachhaltigkeit als Leitprinzip.

DEKO verantwortet als Generalunternehmer die Fortführung der Ausführungsplanung, den Bau sowie die schlüsselfertige Übergabe der Modellfabrik Papier. Nachhaltigkeit spielt dabei eine zentrale Rolle, nicht nur als Forschungsinhalt, sondern auch im Bauprozess selbst. Angestrebt wird eine DGNB-Platin-Zertifizierung, der höchste Standard für nachhaltiges Bauen.

Prägnante Fassade.

„Die markante Fassade aus Holz ist eine Besonderheit des Projekts“, erläutert DEKO Bauleiter Marco Verna. „Mit ihrer prägnanten, gefalteten Optik ist sie ein architektonisches Highlight und stellt einen direkten Bezug zum Thema Papier her.“ Die Modellfabrik stehe in vielerlei Hinsicht für modernes, ressourceneffizientes Bauen. „Die angestrebte DGNBPlatin-Zertifizierung stellt höchste Anforderungen an Produkte, Materialien und Raumluftqualität“, alles werde regelmäßig überprüft. Aber nicht nur der Bauprozess selber, sondern auch die spätere Nutzung sowie die primären und sekundären Energieträger spielten bei der Zertifizierung eine wichtige Rolle. „Zu den nachhaltigen Elementen des Gebäudes gehören unter anderem begrünte Fassaden, Retentionsdächer, Photovoltaikanlagen sowie eine hocheffiziente Luft-Wärmepumpe“, so Verna.

Konstruktion: Beton und Holz im intelligenten Zusammenspiel.

Der Gebäudekomplex zeigt eine innovative hybride Bauweise:

•  Das Labor- und Bürogebäude entsteht als klassischer Betonbau.

•  Die Technikhalle hingegen kombiniert unterschiedliche Materialien: Ein sechs Meter hoher innerer Betonbau bildet die Basis, auf den eine zwölf Meter hohe Konstruktion aus Vollholz gesetzt wird.

Im unteren Geschoss befinden sich Haustechnik und Lagerflächen. Die große Holzhalle darüber wird künftig die hochmodernen Forschungsanlagen beherbergen.

Projektstand Dezember: Betonarbeiten im Endspurt.

Zum Jahresende zeigt sich die Baustelle im Zeitplan. „Bis Ende des Jahres schließen wir die Betonarbeiten ab“, so Bauleiter Verna zum aktuellen Stand. Als eine besondere Anforderung im Bauprozess bezeichnet er die gefalteten Außenwände im Betonbereich. „In einer Höhe von sechs Metern die gefaltete Wandabwicklung zu erstellen ist aufwändig und verlangt höchste Abstimmung im Team“, so Verna. „Da mussten wir die kleinteiligen Schalungs- und Bewehrungsarbeiten optimal aufeinander abstimmen.“

Innenausbau im Büro- und Laborgebäude.

„Zu Beginn des neuen Jahres 2026 starten wir mit den Holzbauarbeiten der oberen Etage des Technikums, sowie dem Innenausbau der Büro- und Laborgebäude“, gibt Verna einen Ausblick. Die vorgehängte Holzfassade, ebenfalls in der prägnanten „Zickzack-Optik“, werde den Betonbau vollständig überdecken und später das charakteristische Erscheinungsbild der Modellfabrik prägen.

Komplexe TGA.

Auch die Technische Gebäudeausrüstung liegt vollständig in den Händen von DEKO und stellt das Team vor anspruchsvolle Aufgaben. Verna betont, dass insbesondere die Anforderungen der Forschungs- und Laborbereiche außergewöhnlich hoch seien. „Es gibt viele Schnittstellen zwischen Haustechnik, Laborversorgung und Forschungsanlagen und die sind am Ende essenziell, damit die späteren Forschungsprozesse reibungslos laufen können.“

Projekt mit Strahlkraft.

Mit der Modellfabrik Papier entsteht in Düren das erste mischgenutzte Quartier in Deutschland, für das eine DGNBPlatin-Zertifizierung angestrebt wird. Für DEKO bedeutet dieses Projekt nicht nur eine bauliche und technische Herausforderung, sondern auch die Möglichkeit, die Zukunft einer Schlüsselindustrie aktiv mitzugestalten. Der DEKORIANER wird berichten! 

Leistung:
Schlüsselfertige Generalunternehmerleistung inkl. Planung
Auftraggeber:
IQ.DN GmbH
Architekt:
HPP Architekten, Düsseldorf
BGF:
ca. 6.600 m²
Bauzeitraum:
04/2025 - 11/2026
Wohngebäude:
Neubau Forschungsgebäude
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